Mainelke

Gedicht von Hans Jürgen Schmeißler (1978)

Er war „ein Freund“, der in der Tradition der schreibenden Arbeiter stand und in Wahrheit mein Pseudonym war, unter dem ich mich über sozialistische Festtagslyrik lustig machte. Man übertrug mir während der Ausbildung die Aufgabe, den Festakt zum 1. Mai u.Ä. vorzubereiten, denn: „Sie interessieren sich doch für Literatur“. Das musste gerächt werden.


Aufstrebend

bist du uns Mahnung

Lässt uns der Millionen Tropfen vergossenen

Bluts gedenken

vom Boden aufgesogen

durch dich

offenbart

Jahr für Jahr

Du hast nicht umsonst

diese Farbe - Nelke!

Du sollst uns Vermächtnis sein